{"id":1483,"date":"2025-02-26T17:01:04","date_gmt":"2025-02-26T16:01:04","guid":{"rendered":"https:\/\/smasch.eu\/fallbeispiel-iv-freiraeume-entwickeln-digitalisierung-und-raumgestaltung-2\/"},"modified":"2025-03-06T13:22:46","modified_gmt":"2025-03-06T12:22:46","slug":"fallbeispiel-iv-freiraeume-entwickeln-digitalisierung-und-raumgestaltung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/smasch.eu\/en\/auf-dem-weg-zur-digitalitaet-in-schule\/einblicke-in-bisherige-prozesse-und-ergebnisse-der-zusammenarbeit-mit-den-hamburger-smasch-schulen\/fallbeispiel-iv-freiraeume-entwickeln-digitalisierung-und-raumgestaltung\/","title":{"rendered":"Fallbeispiel IV: \u201aFreir\u00e4ume\u2018 entwickeln?! Digitalisierung und Raumgestaltung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Auseinandersetzung mit Digitalit\u00e4t unmittelbar mit Raum- und Zeitgestaltung zusammenh\u00e4ngt, ist inzwischen weitreichend bekannt, im Bereich schulischer Digitalisierung jedoch noch kaum umgesetzt. Auch hier zeigt sich, wie stark Schulen, die z.B. alte Raumstrukturen aufbrechen und durch flexiblere, digital-analog verbindende R\u00e4ume ersetzen wollen, immer wieder durch wenig ver\u00e4nderbare (hier: Raum-)Strukturen eingeschr\u00e4nkt werden. SMASCH kann diese Strukturen auch nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwinden; durch das Projekt k\u00f6nnen allerdings sowohl Gelegenheitsmomente f\u00fcr Raum-Restrukturierung identifiziert als auch im Rahmen vorgegebener Strukturen Blicke f\u00fcr doch m\u00f6gliche Ver\u00e4nderung erweitert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das folgende Fallbeispiel bezieht sich insbesondere auf die Grundschule Johannisland in Neugraben, bei der im 2. Schulhalbjahr im Rahmen von SMASCH-Gespr\u00e4chen thematisiert wurde, dass ein neues Schulgeb\u00e4ude gebaut und hierdurch drei gro\u00dfe R\u00e4ume frei wurden. In der SMASCH-Gruppe berichteten die Schulakteur.innen von der anstehenden Gestaltung zur Nutzung dieser R\u00e4ume. Die begleitende Medienp\u00e4dagogin sowie die SMASCH-Forschenden erinnerten sich, dass zur Startzeit von SMASCH in dieser Schule Raumgestaltung im Kontext von Digitalit\u00e4t insbesondere im Spektrum von F\u00e4chern diskutiert (also welche Fachkolleg.innen sollten die R\u00e4ume nutzen d\u00fcrfen) sowie, mit Bezug auf Digitalisierung, vor allem \u00fcber die technische Ausstattung der R\u00e4ume gesprochen wurde (also wo z.B. Beamer und Smartboard platziert werden sollten). Diese Fragen, die auf der organisatorisch-funktionalen Ebene zu verorten sind, konnten nun jedoch in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang digitaler Transformation gestellt werden. So wurde die im Prinzip einmalige Gelegenheit deutlich, die Findung der Raumkonzepte zu einem Projekt der Digitalit\u00e4t zu machen sowie zu einem Prozess, an dem m\u00f6glichst viele Schulakteur.innen (inkl. Sch\u00fcler.innen) teilhaben sollten. So gesehen markiert dieser Moment einen Wendepunkt, in dem gewohnte Handlungslogiken und Denkstrukturen hinterfragt und aufgebrochen wurden. Das zeigt sich vor allem darin, dass sich der Blick verschob von der Frage \u201aWas brauchen wir in den R\u00e4umen an Ausstattung?\u2019 hin zur Frage, wie diese R\u00e4ume gestaltet sein sollten, damit sie die Schule weiterbringen und gleichzeitig neue Formen von analog und digital gest\u00fctztem Lernen m\u00f6glich machen (\u201aStellt euch vor, die R\u00e4ume sind leer\u2026\u2019). Hierdurch wurde ein Denkraum ge\u00f6ffnet, der von Seiten der Schule enorme Dynamiken entfaltete (\u201aM\u00fcssen wir uns an W\u00e4nde halten?\u2019). Schnell \u00fcbernahm eine Kollegin aus dem Bereich Sachkunde die Federf\u00fchrung einer kreativen Ideensammelphase, bei der verschiedenste Medien integriert wurden. So wurden W\u00fcnsche auf Tafeln und auf einer digitalen TaskCard festgehalten; parallel fanden Basteleinheiten mit Sch\u00fcler.innen und Lehrer.innen statt, welche ihre Wunschr\u00e4ume im Schuhkarton z.B. per Knete designten. Interessant ist hierbei, dass Sch\u00fcler.innen wie Lehrpersonen unabh\u00e4ngig voneinander \u00e4hnliche Raumkonzepte visionierten. So zeigten die Resultate der Ideensammlung ein sehr klares Bild: Immer wieder wurden einerseits Symbole f\u00fcr R\u00fcckzug und Ruhe sichtbar und damit das in der Schule stark pr\u00e4sente Alltagsthema Belastung. Andererseits symbolisierten z.B. geknetete B\u00fchnen oder gemalte Green Screens den Wunsch, Dinge zu produzieren und \u00fcber m\u00f6glichst viele mediale Wege kreativ zu sein (siehe Abbildung 9).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.smasch.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.-9-Freiraum-1024x674.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1048\" style=\"width:840px;height:552px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 9: Sch\u00fcler.innen und Lehrkr\u00e4fte entwerfen Ideen f\u00fcr die Gestaltung des \u201eFreiraums\u201c \u00a9 Meike von Flottwell<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diskussionen zu den Entw\u00fcrfen wurden zun\u00e4chst auf einer analogen Pinnwand festgehalten und anschlie\u00dfend von einer Lehrperson in die digitale Taskcard \u00fcberf\u00fchrt (vgl. Abbildung 10). Anhand dieser dokumentierten Diskussionsbeitr\u00e4ge zeigt sich auch, wie Dinge, beispielsweise durch Mobiliar erm\u00f6glichte K\u00f6rperhaltungen (Sitzen, Liegen), neue Relevanz bekamen, damit also etwa die Themen Digitalit\u00e4t und K\u00f6rperlichkeit sichtbar wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.smasch.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Abb.-10-1024x416.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1050\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 10: Taskcard \u00fcber Diskussionen und Ideen zur dynamischen Weiterentwicklung von Entw\u00fcrfen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Herbst 2022 ist eine medienp\u00e4dagogische Expertin f\u00fcr Raumgestaltung in der Schule eingestiegen, die vor allem darin unterst\u00fctzt, experimentelle Gedankenspiele nicht am Realit\u00e4tsaufprall scheitern zu lassen, sondern auf Ressourcen und M\u00f6glichkeiten zu schauen, m\u00f6glichst viele der Ideen tats\u00e4chlich umzusetzen. So wird ein n\u00e4chster Schritt sein, dass Delegierte der Schule ein Gymnasium in Hamburg besuchen, welches sich durch sehr experimentelle Raumkonzepte auszeichnet. Sch\u00fcler.innen aus der Grundschule Am Johannisland werden mitkommen und eigenst\u00e4ndig Gespr\u00e4che mit Sch\u00fcler.innen der anderen Schule f\u00fchren k\u00f6nnen, um sich auszutauschen. Die Erfahrungen der Sch\u00fcler.innen zum \u201aRaumerleben\u2019 werden in einem Podcast-Report festgehalten (mit dem ersten SMASCH-Projektjahr wurde eine Sch\u00fcler.innen-Podcastgruppe initiiert, die hiermit auch am Raumprojekt beteiligt wird) und in der Grundschule wiederum \u00fcber die Sch\u00fcler.innen sichtbar gemacht. \u00dcberdies wird die Podcastgruppe partizipative Strukturen der Schule nutzen und das Thema \u201aFreir\u00e4ume\u2019 in der schulinternen Kinderkonferenz besprechen, so dass eine breite Beteiligung in der Sch\u00fclerschaft angesto\u00dfen wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-cta-klecks\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/smasch.eu\/auf-dem-weg-zur-digitalitaet-in-schule\/einblicke-in-bisherige-prozesse-und-ergebnisse-der-zusammenarbeit-mit-den-hamburger-smasch-schulen\/\">Zur\u00fcck:<br><strong>\u00dcbersicht Fallbeispiele<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Auseinandersetzung mit Digitalit\u00e4t unmittelbar mit Raum- und Zeitgestaltung zusammenh\u00e4ngt, ist inzwischen weitreichend bekannt, im Bereich schulischer Digitalisierung jedoch noch kaum umgesetzt. 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